Tulpenmord. Kriminalroman

Cover Tulpenmord
Van Campen ermittelt an der Nordsee

Der makabre Mord an einem Gärtnereibesitzer gibt dem ungleichen Ermittlerduo Hendrik van Campen und Anna Langendijk Rätsel auf. Wer hat den unauffälligen Mann an seinen eigenen Tulpen so qualvoll ersticken lassen? Hendriks und Annas Ermittlungen in der geldgierigen Verwandtschaft des wohlhabenden Opfers führen sie im Kreis herum, bis eine zweite Tote gefunden wird – ebenfalls an Blumen erstickt. Eefje de Keyser, alleinstehende Lebensmittelverkäuferin, scheint keine Berührungspunkte mit dem anderen Toten aufzuweisen. Hendrik und Anna müssen sich fragen, ob sie es mit einem gefährlichen Serienmörder zu tun haben.

Van Campens erster Fall. Kein Regionalkrimi

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Leseprobe

Hendrik van Campen betrachtete mit zusammengekniffenen Augen eingehend die Stichwunden am Bauch und am Hals des Opfers. Sein Blick wanderte dann hinauf zum verzerrten Gesicht des Mannes und blieb am weit aufgesperrten Mund hängen.

Er musste schlucken.

Der Mörder hatte dem Toten tatsächlich Tulpen in den Mund gestopft und diese mit dickem Klebeband fixiert. Auf brutale Art und Weise, wie ihm schien, denn die Mundwinkel waren tief eingerissen und blutig. Die dunkelroten Tulpenköpfe hingen schlaff an den Wangen des Opfers herunter, so dass die Szenerie wie ein surreales Gemälde wirkte. Ein dünner blutiger Faden lief an der rechten Wange hinab und war auf dem Weg zum Boden geronnen. Der Kopf war nach hinten unnatürlich überstreckt und die Augen des Toten blickten milchig und starr in den Himmel. Der Mann lag auf dem Rücken, die Arme seitlich am Körper und die Beine eng zusammengepresst. Hendrik musste an einen Soldaten denken, der strammstand.

Er kam schnaufend aus der Hocke wieder hoch und drehte sich zu seiner Kollegin Anna Langendijk um. „Da war jemand sehr wütend“, sagte er und machte ihr Platz.

*

Aus den Augenwinkeln nahm er wahr, wie sich die ersten Schaulustigen am Strand einfanden. Vor allem Hundebesitzer, die eine frühmorgendliche Runde mit ihrem Liebling gedreht hatten, gafften aus sicherer Entfernung herüber. Die ersten hatten ein Smartphone gezückt und schienen zu filmen.

„Fordere Verstärkung an“, wies Hendrik Anna an.

Er mochte Todesfälle nicht. Meistens handelte es sich um Taten im Affekt. Oft ging es um Beziehungsfragen, Eifersucht, psychische Episoden oder um Geld. Erschlagen, Erstechen und Erschießen waren dabei die unkreativen Methoden, zu denen die Täter griffen. Das war immer mit viel Blut verbunden und relativ schnell aufgeklärt. Die Menschen ließen sich einfach nichts mehr einfallen, dachte er resigniert. Früher fand er Betrugsfälle interessant, was sich einige Betrüger ausdachten, beeindruckte ihn häufig. Heute aber war auch das nicht mehr so, wie es früher gewesen war. Richtig innovative Betrugsideen waren ihm schon lange nicht mehr untergekommen.

„… wir sollten jetzt mit Dirk Wolters sprechen“, drang Annas Stimme zu ihm vor.

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